Noch einmal eine Notiz, die so gar nichts mit dem eigentlichen Thema des Blogs zu tun hat. Als Nutzer von GNU/Linux ist es mir dennoch ein Bedürfnis, das hier festzuhalten:
Nach Angaben eines Kernelentwicklers von Kernel.org hat Canonical, die Firma hinter den Ubuntu/Kubuntu/Xubuntu/… (*buntu)-Distributionen in den letzten 3 Jahren ganze 100 Patches eingereicht. RedHat und Novell, die für Fedora bzw. openSUSE verantwortlich zeichnen, haben im selben Zeitraum fast 20.000 Patches zur Verfügung gestellt. Ist das wirklich der Sinn von OpenSource-Software? Canonical bedient sich in großem Maße an den Entwicklungen von Debian GNU/Linux, zerreisst aber mittlerweile schon das von Debian adaptierte Paketierungssystem. Pakete, die auf *buntu erstellt wurden, sind nicht mehr zu Debian kompatibel. Auf der anderen Seite muss man sehen, dass die *buntu-Gemeinde eine der größten ist, viele neue Linux-Nutzer steigen mit *buntu ein. Ist also das Anwerben neuer Nutzer genug für die Gemeinschaft, oder sollte der OpenSource-Gedanke wieder stärker in den Mittelpunkt gestellt werden, möglicherweise auch zu Lasten neuer Nutzer?
Ich bin mir bisher uneins, wie ich dazu stehen soll, unter dem Strich steht nur, dass Canonical einerseits einen großen Anteil daran hat, dass GNU/Linux gesellschaftsfähig geworden ist, andererseits jedoch in Fragen der Weiterentwicklung eine negative Kraft darstellt.
Mehr Informationen gibt es zum Beispiel hier. So einfach wie Goethe es seinem Mephistopheles in den Mund legt, ist die Sache aber wohl in diesem Fall leider nicht:
Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, daß es zugrunde geht;
Drum besser wär’s, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.
Aus: J.W.Goethe – Faust I
Desweiteren hier noch ein lesenswerter Artikel über den Umstieg von Windows zu GNU/Linux. Danke an den Autor, ich habe mich köstlichst amüsiert!
Schlagworte: GNU/Linux